Immer häufiger ist zu lesen, dass Welpengruppen mehr Schaden als Nutzen bringen - dem können wir zum Teil zustimmen. Der spielerische Kontakt zu gleichaltrigen Welpen und Junghunden ist enorm wichtig für den Aufbau sozialer Kompetenz. Im Spiel wird Sozialverhalten gelernt. „Welches Verhalten löst mein Verhalten bei meinem Gegenüber aus?“ ist dabei sicherlich einer der bedeutensten Fragen.Solitär lebende Caniden (Goldschakale, Kojoten) spielen erheblich weniger aber aggressiver als im Sozialverband lebende Caniden (Wolf, Hund).

Es wird also für das spätere Leben gelernt.Schlechte Erfahrungen im Welpenalter können aber auch für das gesamte spätere Leben Spuren hinterlassen.Achten sie deshalb bei dem Besuch von Welpengruppen darauf, dass bei Problemen kontrolliert, jedoch nicht übertrieben eingegriffen wird. Junge Hunde müssen lernen, Konflikte zu lösen.

Was ist Spiel, was ist Ernst? Bei all diesen Fragen sollten ihnen erfahrene und kompetente Trainer zur Seite stehen. Hinterfragen sie kritisch, warum jetzt eingegriffen wird und dann wieder nicht.


Achten sie darauf, ob mit Ruhe gearbeitet wird. Ein an der Leine zerrender oder kläffender Hund sollte weder zum Artgenossen noch zu einem Menschen hingelassen werden und dadurch in seinem Verhalten bestätigt werden. Oder möchten Sie später einen Vierbeiner, der mit straffer Leine fordernd zu jedem Hund möchte? Wenn ein Welpe von klein an lernt, an der Leine keinen Kontakt zu Artgenossen zu haben, erledigen sich diese und andere aufkommende Probleme fast von alleine. Die Leine ist ein Signal der Ruhe.

Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl einer Welpengruppe ist eine Unterteilung nach Alter, jedoch nicht nach Rasse oder Größe. Kontrollierter Kontakt unterschiedlichster Vierbeiner in einer Welpen- oder Junghundgruppe ist wichtig - schliesslich wollen Sie auch später einen Dackel, der entspannt mit den "Großen" umgeht. Und wer hat schon gerne einen Labrador, der unkontrolliert Kleinhunde "kaputtspielt"?
Ein noch völlig unerfahrener Welpe ist in einer Gruppe mit halbjährigen wilden Schnöseln völlig überfordert. Spielverhalten ändert sich mit zunehmenden Alter, und auch wenn ein 5-monatiger Jungspund "nur spielen" will, ist Ihr gerade einmal 10 Wochen alter Welpe damit überfordert. Welcher Vierbeiner findet es schon nett, über den Haufen gerannt zu werden..... Solch negative Erfahrungen sollten Sie ihm und sich unbedingt ersparen. Ein erfahrener und souveräner Althund kann hingegen eine Bereicherung für eine Welpengruppe sein, vorausgesetzt, er ist nicht völlig genervt und selber überfordert mit den Kleinen. Kontakt zu älteren, "coolen" Hunden ist für das Sozialverhalten genauso wichtig wie der Kontakt zu Gleichaltrigen. Aber bitte beachten Sie: Es gibt keinen Welpenschutz!

Junge Hunde sollten für das spätere Leben lernen. Deshalb halten wir nichts von Geschlechtertrennung bei den Junghunden. In gut geführten Junghundgruppen (und Erwachsenengruppen) gibt es keine Probleme, wenn Rüden und Hündinnen zusammen sind (Ausnahme: läufige Hündinnen). Prophylaktisch zu trennen ist deshalb überflüssig und realtitätsfremd.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass gut geführte Welpen- und Junghundgruppen wichtig für soziales Lernen sind, schlecht oder gar nicht geführte Gruppen aber große Probleme mit sich bringen werden. Seien sie also sehr kritisch bei der Auswahl und schauen sie sich am besten schon vor dem Hundekauf verschieden Gruppen an.