Vierbeiner, die scheinbar ohne Besitzer auf Hundewiesen unterwegs sind und schnurstracks zu angeleinten Hunden, Radfahrern oder Joggern hin rennen, in fremde Kinderwägen schnuppern oder an selbigen das Bein heben - wer kennt das nicht?

Für manche Hundebesitzer ist es anscheinend eine Selbstverständlichkeit, dass ihr Hund sich in der Öffentlichkeit frei bewegen und andere belästigen darf. Darauf angesprochen, kontern diese "Hundekenner", dass Sozialkontakt wichtig und ein Recht ihrer Vierbeiner sei.

„Hunde machen alles unter sich aus“ - „Da muss er durch“ - "Wenn er das nicht aushält, hätte er kein Hund werden dürfen“ - "Der macht nix" - "Der will nur spielen"
Solche und ähnliche Sätze hört man leider immer noch sehr häufig - meistens von Besitzern größerer Hunde, die dann im Falle einer Auseinandersetzung selten unterlegen sind.
Wie der belästigte Zwei- oder Vierbeiner das findet, ist wohl nebensächlich.

Sollte ich also meinen Hund beschützen, wenn ein anderer auf ihn zu rennt?

Im Zweifelsfall ja - wenn ihr Hund Schutz sucht. Geben Sie ihm ruhig und souverän die Sicherheit, die er braucht. Bitte trösten Sie ihn in solchen Situationen nicht und zeigen Sie ihm auf keinen Fall Beschwichtigungs- oder Stressignale. Sie würden ihm signalisieren, dass auch Sie mit der Situation völlig überfordert sind. Wie soll Ihnen Ihr Hund da noch vertrauen?

Ist er an der Leine: Generell! (Vorausgesetzt, man begibt sich dadurch nicht selber in Gefahr). Die Leine sollte für Ihren Hund ein Symbol der Ruhe und Sicherheit sein, und er muss wissen: Auf meine Leute ist Verlaß, die regeln das für mich. Sicherheit schafft Vertrauen - und Vertrauen ist die Basis einer guten Mensch-Hund-Beziehung.

Ihr Hund hat ein Recht auf Sozialkontakt. Aber wann und mit wem, bleibt immer noch Ihnen überlassen und ist nicht die Entscheidung derer, die ihre Hunde meist nur deshalb zu jedem hinlassen, weil sie schlicht und einfach nicht abrufbar sind beim Anblick von interessanten Ablenkungen!