Vor ein paar Tagen wurden wir zum wiederholten Mal von einer Kundin im Einzelunterricht darauf angesprochen, ob wir mit unseren Erziehungsgruppen in der Stadt gewesen wären.

„Ja, ab und an trainieren wir auch in der Stadt“.
Wäre ja beeindruckend gewesen, wie viele Hunde im Platz quer durch die ganze Fußgängerzone abgelegt worden wären und liegen geblieben sind.
„Stopp – das können wir nicht gewesen sein!!“
„Ja warum denn nicht“ fragte unsere Kundin. „Können das die Hunde wohl nicht?“
„Nein daran liegt es weniger....“

Um es auf den Punkt zu bringen. Wir wissen nicht, wer so arbeitet. Wir möchten uns aber wieder mal an dieser Stelle klar distanzieren, denn letztendlich schadet solch rücksichtslosen Verhalten allen Hundehaltern.
Wer mit Hundegruppen in der Stadt trainiert, sollte unbedingt mit entsprechender Rücksichtnahme arbeiten. Die Fußgängerzone zu blockieren, mag zwar im ersten Moment echt cool aussehen, hat aber nichts mit alltagstauglichem Hundetraining zu tun.

Alltagstaugliches Hundetraining beinhaltet immer auch die Schulung zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Viele Hunde auf einem Fleck erzeugen bei manchen Zweibeinern ein ungutes Gefühl - nicht jeder liebt Hunde, manche fürchten sich vor ihnen. Und ja - auch "Nichthundler" haben auf unseren Planeten eine Daseinsberechtigung und dürfen unbelästigt shoppen gehen ;)

Ein durch die Presse bekannter Hundetrainer sagte mal auf einem Seminar „Wer Hunde erziehen möchte, sollte selber gut erzogen sein“. Dem stimmen wir zu hundert Prozent zu.

Die Aufgabe einer Hundeschule liegt also nicht nur darin, Hunden gutes Benehmen beizubringen, sondern in erster Linie Menschen zu schulen. Dementsprechend sollte eine Hundeschule Vorbildfunktionen erfüllen.

Wir sind der Meinung, dass ....

  • es rücksichtslos ist, Bereiche zu blockieren, an denen sich Menschen aufhalten. Zweibeiner sollten sich ungehindert in der Stadt, am Bahnhof, am Flughafen, auf dem Gehweg usw. fortbewegen können
  • es rücksichtslos ist, Hunde unangeleint durch die Stadt zu führen oder ungesichert an öffentlichen Bereichen abzulegen
  • es rücksichtslos ist, Hunde ungefragt zu Menschen zu lassen, um an ihnen zu schnüffeln
  • es rücksichtslos ist, Hunde zu angeleinten Hunden zu lassen, da es meistens einen Grund hat, dass der Hund angeleint ist
  • es rücksichtslos ist, Hunde an Kleiderständern, Häuserwänden und Gartenzäunen markieren zu lassen
  • es rücksichtslos ist, Hunde aus Übungszwecken auf Parkbänken herumhüpfen zu lassen

es aber auch rücksichtslos ist,

  • wenn jeder Mensch meint, einen fremden Hund streicheln zu müssen
  • wenn Radfahrer im Wald ungebremst mitten durch eine Hundegruppe rasen, obwohl diese gerade abgerufen und angeleint werden.

Es gibt sicherlich noch sehr viele Beispiele, die wir hier aufführen könnten. Es geht uns aber nur darum, ein wenig wachzurütteln und zu sensibilisieren: Hundetrainer, Hundehalter, Radfahrer, Autofahrer, Fußgänger......
§ 1 der Straßenverkehrsordnung fordert eine ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Wir sind der Meinung, dass das weit über die Straßen hinaus gelten sollte.

In diesem Sinne freuen wir uns über weitere Anregungen, Kritik, Diskussionen, Ergänzungen und natürlich über Zustimmung.

Das Team der Hundeschule Fürth